Donnerstag, 21.06.2012

Ein Himmelreich für ein Eis

Noch etwas schüchtern und zaghaft betraten die Schüler, die sich um eine „Stelle" für den „Sozialen Tag" beworben haben, unser Senioren- und Pflegeheim „Haus am Kurpark". Wirkliche Erfahrung im Umgang mit alten Menschen hatte keiner von ihnen.

Die Erfahrung im Umgang mit den Schülern dagegen hatten eher die Senioren, denn seit es die Schülerorganisation „Schüler helfen leben" gibt, sind wir als Pflegeheime Riedel GmbH dabei.
Es hat sich inzwischen herumgesprochen, dass wir immer gleich mehrere Schüler nehmen. Fünf Schüler arbeiten im „Wohnpark Rohlfshagen“, fünf weitere im „Haus am Kurpark“. Mit Schürzen und Namensschildern wurden sie ausgestattet und in die Obhut der Sozialen Betreuung übergeben. Während die Bewohner bereits einen neugierigen Blick riskierten, mussten sie an die Arbeit und Rollstühle putzen.
Hümeyra (16), Marwin (12), Falack (16), Lara und Jona (beide 11) bekamen einen Putzlappen und eine Zahnbürste für die Zwischenräume in die Hand gedrückt und schon ging es los. Als alles blinkte, puzzelte Marwin mit einer alten Dame, während Lara unter die Vorleser ging. „Aus Wilhelm Busch habe ich vorgelesen. Das fanden die alten Leute total gut", freut sich die Schülerin.
Auch Falack (16), die in den Beruflichen Schulen gerade ihren Realschulabschluss macht, strahlte: „Die Senioren haben sich so gefreut, dass wir da waren. Das war richtig nett." Wenn sie ihren Realschulabschluss in der Tasche hat, möchte sie eine Ausbildung im Pflegebereich machen. Und weil nach der Arbeit das Vergnügen kommt, stand zum guten Schluss ein gemeinsames Eisessen auf dem Programm. Das hat schon Tradition. Mit fünf Rollstühlen und zehn Personen einen Platz zu finden, war nicht einfach. Doch wo ein Wille ist, ist auch ein Weg und so schlürften alle nach kurzer Zeit ihr Eis oder einen Kaffee. Eis ist die große Leidenschaft von Lore Rickert (80), doch ohne Hilfe bleibt ihr der Genuss versagt. Von den Schülern sprang Jona ein und reichte der Seniorin an - so lange, bis der Eisbecher leer war und Lore Rickert noch mehr strahlte. Schüler setzen sich seit 20 Jahren für andere ein
„Schüler helfen leben" heißt die Schülerorganisation, die 1992 antrat, um den Kindern im Kosovo zu helfen. Humanitäre Hilfe war während des Kosovo-Krieges notwendig, heute ist es Friedens- und Bildungsarbeit, mit der Kindern und Jugendlichen geholfen werden soll. Das Geld dafür verdienen Schüler, die einen Tag unentgeltlich arbeiten. Ihre „Arbeitgeber für einen Tag" müssen dann einen vorher in einem Arbeitsvertrag vereinbarten Betrag an „Schüler helfen leben“ überweisen. In den vergangenen Jahren kamen auf diese Weise etwa 22 Millionen Euro zusammen, mit denen Projekte in Südosteuropa gefördert werden konnten. Angestoßene Projekte werden an Ort und Stelle von Projektpartnern und Aktiven des Auslandsfreiwilligendienstes umgesetzt. Um sie auch langfristig absichern zu können, hat „Schüler helfen leben" im Jahr 2002 die erste Schüler-Stiftung Deutschlands gegründet. Der „Soziale Tag" wird komplett von Jugendlichen organisiert. Nach einem Zeitungsbericht der LN von Petra Dreu

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